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Hund Impfplan 2026: Kompletter Leitfaden nach WSAVA

Vollständiger Impfplan für Hunde. Pflicht- und Wahlimpfungen.

Disclaimer: Dieser Inhalt dient nur zur Information. Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt.

Impfplan für Hunde 2026: Vollständiger Leitfaden nach WSAVA-Richtlinien

Die Impfung gehört zu den wirksamsten Maßnahmen der veterinärmedizinischen Vorsorge. Ein konsequent eingehaltener Impfplan schützt Ihren Hund vor schwerwiegenden, teilweise tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten. Dieser Leitfaden basiert auf den aktuellen Empfehlungen der World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) in der Fassung von 2024 und berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten in deutschsprachigen Ländern.

Grundimmunisierung beim Welpen

Die Grundimmunisierung bildet das Fundament des lebenslangen Immunschutzes. In den ersten Lebenswochen sind Welpen durch maternale Antikörper geschützt, die über die Kolostralmilch aufgenommen werden. Dieser passive Schutz lässt jedoch zwischen der 6. und 16. Lebenswoche nach, weshalb in diesem Zeitraum die aktive Immunisierung beginnen muss.

ImpfstoffWelpenalterAuffrischungErwachsener Hund
Staupe (CDV)8, 12, 16 Wochen15 MonateAlle 3 Jahre
Parvovirose (CPV-2)8, 12, 16 Wochen15 MonateAlle 3 Jahre
Hepatitis contagiosa (CAV-2)8, 12, 16 Wochen15 MonateAlle 3 Jahre
Parainfluenza (CPiV)8, 12, 16 Wochen15 MonateAlle 3 Jahre
TollwutAb 12 Wochen1 JahrJährlich (gesetzlich je nach Land)
Leptospirose8 und 12 WochenJährlichJährlich

Core-Impfungen (Pflichtimpfungen)

Die WSAVA unterscheidet zwischen Core- und Non-Core-Impfungen. Core-Impfungen sollte jeder Hund unabhängig von Haltungsbedingungen erhalten, da die entsprechenden Erreger eine hohe Morbidität und Mortalität aufweisen.

DHPPi-Kombinationsimpfstoff

Der DHPPi-Kombinationsimpfstoff vereint den Schutz gegen Staupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose und Parainfluenza in einer einzigen Injektion. Die Grundimmunisierung erfolgt in drei Dosen im Abstand von jeweils vier Wochen, beginnend mit der 8. Lebenswoche. Nach der Auffrischung im 15. Lebensmonat genügt eine Wiederholungsimpfung alle drei Jahre, da die Dauer der Immunität (DOI) für diese Komponenten nachweislich mindestens drei Jahre beträgt.

Staupe (Canine Distemper): Verursacht durch ein Paramyxovirus mit Affinität zum respiratorischen, gastrointestinalen und zentralnervösen Gewebe. Die Letalitätsrate bei ungeschützten Welpen liegt bei bis zu 50 Prozent.

Parvovirose: Das canine Parvovirus Typ 2 befällt sich schnell teilende Zellen, insbesondere die Darmkrypten. Ohne intensivmedizinische Behandlung verläuft die Erkrankung in 70 bis 90 Prozent der Fälle tödlich.

Hepatitis contagiosa canis: Ausgelöst durch das canine Adenovirus Typ 1 (CAV-1). Die Impfung erfolgt mit CAV-2, das eine Kreuzimmunität induziert und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen aufweist.

Tollwut

Die Tollwutimpfung ist in Deutschland nach der Tollwut-Verordnung keine generelle Pflichtimpfung, wird jedoch für grenzüberschreitende Reisen innerhalb der EU zwingend vorgeschrieben (EU-Heimtierausweis). In Österreich und der Schweiz gelten landesspezifische Regelungen. Die Erstimpfung erfolgt frühestens mit 12 Wochen, die Auffrischung nach einem Jahr. Anschließend richtet sich das Intervall nach der Zulassung des verwendeten Impfstoffs, üblicherweise jährlich oder alle drei Jahre.

Non-Core-Impfungen (Wahlimpfungen)

Non-Core-Impfungen werden auf Grundlage einer individuellen Risikobewertung empfohlen.

Leptospirose

Leptospiren sind spiralförmige Bakterien, die über den Urin infizierter Wildtiere und kontaminiertes Wasser übertragen werden. In Mitteleuropa ist die Leptospirose wegen des Vorkommens von Reservoirwirten (Ratten, Mäuse, Igel) als regional endemisch einzustufen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt eine jährliche Impfung mit einem Vierfach-Impfstoff (Serovare Canicola, Icterohaemorrhagiae, Grippotyphosa, Australis).

Bordetella bronchiseptica und canines Parainfluenzavirus (Zwingerhusten)

Die intranasale oder orale Impfung gegen den Zwingerhustenkomplex ist sinnvoll bei Hunden mit häufigem Kontakt zu Artgenossen, etwa in Hundeschulen, Tierpensionen oder auf Ausstellungen. Der Schutz tritt bereits wenige Tage nach Applikation ein.

Borreliose (Lyme-Krankheit)

In Zecken-Endemiegebieten kann eine Impfung gegen Borrelia burgdorferi erwogen werden. Die Impfung ersetzt jedoch keinesfalls eine konsequente Zeckenprophylaxe mit Repellentien oder Akariziden.

Nicht empfohlene Impfungen

Die WSAVA stuft die Impfung gegen das canine Coronavirus (CCoV) als nicht empfohlen ein. Die Erkrankung verläuft bei immunkompetenten Hunden in der Regel mild und selbstlimitierend. Der verfügbare Impfstoff bietet keinen nachgewiesenen klinischen Nutzen.

Nebenwirkungen und Impfreaktionen

Impfungen gelten als ausgesprochen sicher. Leichte Lokalreaktionen wie Schwellung an der Injektionsstelle oder vorübergehende Mattigkeit sind möglich und klingen innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Schwerwiegende anaphylaktische Reaktionen treten in weniger als 1:10.000 Fällen auf. Informieren Sie Ihren Tierarzt über frühere Impfreaktionen.

Titer-Bestimmung als Alternative

Für die Core-Komponenten Staupe, Parvovirose und Hepatitis steht ein serologischer Schnelltest zur Verfügung, mit dem die Antikörperkonzentration im Blut bestimmt werden kann. Ein positiver Titer zeigt einen bestehenden Schutz an und kann als Entscheidungsgrundlage dienen, ob eine Auffrischungsimpfung tatsächlich notwendig ist. Dies ist besonders relevant bei Hunden mit Impfunverträglichkeiten.

Impfplan im Überblick

  1. 8 Wochen: DHPPi + Leptospirose (Erstimpfung)
  2. 12 Wochen: DHPPi + Leptospirose + Tollwut (Erstimpfung)
  3. 16 Wochen: DHPPi (dritte Dosis zur Schließung der immunologischen Lücke)
  4. 15 Monate: DHPPi + Leptospirose + Tollwut (Auffrischung)
  5. Danach: DHPPi alle 3 Jahre, Leptospirose und Tollwut jährlich

Praktische Tipps

  • Führen Sie ein lückenloses Impfprotokoll im EU-Heimtierausweis
  • Planen Sie die Impftermine rechtzeitig ein und setzen Sie Erinnerungen
  • Warten Sie 15 Minuten nach der Impfung in der Praxis, um allergische Reaktionen abfangen zu können
  • Schonen Sie Ihren Hund in den 48 Stunden nach der Impfung
  • Besprechen Sie Reisepläne frühzeitig mit Ihrem Tierarzt, da bestimmte Reiseländer zusätzliche Impfungen erfordern

Impftermine nie wieder vergessen

Mit der Furli-App haben Sie den Impfplan Ihres Hundes jederzeit griffbereit. Tragen Sie alle Impfungen ein, erhalten Sie rechtzeitig Erinnerungen an fällige Auffrischungen und exportieren Sie das Gesundheitsprofil als PDF für Ihren Tierarzt. So stellen Sie sicher, dass der Impfschutz Ihres Vierbeiners stets aktuell bleibt.